Gertrud von Altenberg

Bistum Limburg Internetportal: spezial Elisabethjubiläum

Das Bußgewand
der heiligen Elisabeth 

Das Bussgewand
der heiligen Eilsabeth 
in der Pfarrkirche
 Walluf-Oberwalluf

Foto: Esther Scharhag Walluf-Oberwalluf (©)

Festgottesdienst 

Zu den Bildern (Home)

Das Bußgewand der heiligen Elisabeth

1. Ein kostbares Erbe aus Kloster Tiefenthal. 1

2. Das Bußgewand. 2

3. Quellen und Literatur. 3

4. Kontakte und Termine. 3

 

1. Ein kostbares Erbe aus Kloster Tiefenthal

Die Anfänge des Klosters Tiefenthal sind nicht völlig geklärt. Der Mainzer Dienstmann, Embricho von Steinheim, schenkte dem Kloster Seibold ein Gut bei Martinsthal (Rode). Abt Eberhard von Seibold bat den Erzbischof Heinrich von Mainz, Schwestern seines Ordens nach Rode schicken zu dürfen, und erhielt durch Urkunde des Erzbischofs aus dem Jahre 1151 die erbetene Genehmigung. Kurze Zeit danach wird auch das Nonnenkloster Tiefenthal erwähnt. Es ist nicht ganz nachvollziehbar, ob die Nonnen von Rode die wenigen hundert Meter nach Tiefenthal verzogen, oder ob tatsächlich zwei voneinander unabhängige Klostergründungen auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Martinsthal bei Eltville bestanden.

1237 kommt zu einer Art von Neugründung.  Das Tiefenthaler Prämonstratenserinnenkloster trat zur Regel der Zisterzienserinnen über.  Das könnte der Einfluss von Eberbach gewesen sein.

Nach der Überlieferung weilte die heilige Elisabeth von Thüringen eine kurze Zeit in Tiefenthal. Da ihr Mantel oder Bußkleid im Kloster aufbewahrt hieß das Kloster von 1237 - 1238 auch Elisabethenthal.  Das Gewand gelangte zunächst ins Elsass. Danach gelangte ins Kloster Tiefenthal, nachdem der deutsche Orden dieses Stück von Marburg in das Elsass gebracht hatte. Von dort kam es etwa um 1250 nach Tiefenthal. Nach der Aufhebung des Klosters Tiefenthal im Jahre 1803 kam das Bußgewand nach Oberwalluf.

1245 gewährte Papst Innozenz IV. dem Kloster alle seine Freiheiten und Besitzungen und bestätigte sie. 1311 wurde allen, die zum Bau der baufällig gewordenen Klostergebäude beitrugen, ein Ablass gewährt. Von 1547 wird ein verheerender Brandschaden berichtet, das Kloster jedoch später ganz neu aufgebaut. Kriegslasten trafen auch das Kloster schwer. 1645 plünderten es  bayrische Reiter.  Damals forderte Kurmainz das Kloster zur Zahlung der Türkensteuer auf, erneut 1738. Im Dreißigjährige Krieg wurde das Kloster von Schweden geplündert und gebrandschatzt. In den Napoleonischen Kriegen mussten die Schwestern 1793, 1796 und 1797 das Kloster verlassen, Sie kehrten aber immer wieder dorthin zurück.  1803 wird das Kloster säkularisiert.

2. Das Bußgewand

Das wichtigste Erbe ist gewiss das sogenannte Bußkleid der heiligen Elisabeth von Thüringen. Unter der Äbtissin Jutta von Dorndorf, um 1238, hatte das Kloster aus dem Deutschordenshaus in Weißenburg den braunen Mantel erhalten, der der Überlieferung nach vom heiligen Franziskus von Assisi seiner armen Tochter übersandt worden war. 1231 war Elisabeth in Marburg verstorben; 1235 bereits war sie heiliggesprochen worden. Es gibt eine Urkunde von 1237, ausgestellt zu Jerusalem und unterzeichnet von Hochmeister Hermann von Salza, Conrad, dem Schwager der heiligen Elisabeth, und mehreren Deutschordensrittern. Darin wird bestimmt, dass Tiefenthal nunmehr Elisabethenthal heißen soll. In der Schwesternchronik lesen wir dazu:

„Was das "Bußkleid" insbesondere betrifft, so ist es wahrscheinlich jenes Kleidungsstück, welches der hl. Franziskus selbst der frommen Landgräfin nach ihrem Eintritt in seinen Dritten Orden zum Geschenk gemacht hat. Der berühmte Graf Montalembert schreibt darüber: "Einst riet der Kardinal (Hugolino und nachmaliger Papst Gregor IX., welcher die heilige Elisabeth in das Verzeichnis der Heiligen aufnahm) dem heiligen Franziskus, der Landgräfin ein Andenken als Zeichen seiner Hochschätzung zu schicken, nahm zugleich armen, alten Mantel von seinen Schultern und befahl ihm, diesen seiner deutschen Tochter, der demütigen Elisabeth, als eine verdiente Anerkennung ihrer selbstgewählten Demut und freiwilligen Armut und als Ausdruck seines Dankes für die Dienste, die sie dem Orden bereits geleistet, zu übersenden ... Der Heilige gehorchte seinem Freunde, schickte derjenigen, die er mit so vielem Rechte seine Tochter nennen konnte, dieses bescheidene Geschenk, und begleitete es mit einem Briefe, in welchem er sich aller Gnaden, die Gott ihr verliehen, und des guten Gebrauchs, den sie davon machte, mit ihr freute. (Zitiert nach Internet www.kloster-Tiefenthal.com)

Elisabeth war dankbar für dieses kostbare Geschenk. Sie legte Wert auf diesen Besitz. Bei besonderen Anlässen legte sie ihn an. Sie fand Wege,  Mantel ihres geistlichen Vaters bis zu ihrem Tode bei sich zu behalten. Dann vermachte sie ihn einer Freundin. Seitdem wurde als eine doppelt heilige Reliquie von den Deutschen Rittern zu Weißenburg gehütet und Bruder Berthold, berichtete den Richtern in dem Heiligsprechungsprozesse der heiligen Elisabeth, dass er ihn oft gesehen habe. Der Deutsche Orden hatte nach Übernahme des Marburger Hospitals 1234 auch Elisabeth später zur zweiten Patronin gewählt. In Weißenburg blieb der Mantel nicht lange, sondern wurde vermutlich schon im Jahre 1237 nach Tiefenthal überbracht.

Das Kleid, der heiligen Elisabeth ist ein alter, an einzelnen Stellen sehr kunstlos geflickter, brauner Franziskanerhabit aus Wollstoff. Er ist kurz und passt nur für eine Person von kleiner Statur, hat kurze Ärmel, von denen der eine nebst einem Stücke des heiligen Gewandes fehlt. Nahezu  600 Jahre lang wachten die Klosterfrauen in Tiefenthal darüber. Bei Krieg und Brand  sorgten sie für seine Sicherheit. So wurde von einem Augenzeugen 1796 über die Besatzung durch die Franzosen geschrieben: „Die Mobilien, Türen und Fenster waren zerschlagen, den Heiligen Schnurrbärte gemalt, die Reliquien umhergeworfen, die französischen Trainsoldaten, die dort im Quartier lagen, kegelten zum Zeitvertreib mit Totenschädeln“.

Es wird auch gesagt, dass dieser Mantel nicht echt sein könne, da Drittordensmäntel grau seien, das Argument zieht deshalb nicht, weil Franziskus eher eine braune Kutte trug und eine wissenschaftliche Untersuchung feststellte, dass der Stoff aus dem 13. Jahrhundert stammt. Diese Frage ist aber letztlich nicht zu entscheiden.

Die Nonnen verwahrten das Gewand in einem kleinen Schrein. Am Weihnachts- und 2. Pfingsttag, für welche Tage vom apostolischen Stuhl Ablässe bewilligt worden waren, fanden Wallfahrten statt.

Die wertvolle Reliquie wurde 1803 an die kleine Dorfkirche in Oberwalluf gegeben, wo sie noch heute verehrt wird. In der Zeit der Aufklärung geriet sie fast in Vergessenheit, im Kulturkampf um 1870 belebte der Pfarrer von Oberwalluf wieder die Wallfahrt neu.  Die heutige neugotische Kirche wurde 1900-1901 erbaut, in ihr hat das Gewand wieder seinen Platz.

3. Quellen und Literatur

Rommel, M., Das Bußgewand der hl. Elisabeth, Festschrift zur  100-Jahr-Feier der Pfarrkirche Oberwalluf, 2001

Katalog zur Kreuzzugsausstellung  2004 im Diözesanmuseum Mainz

Internet: www.kloster-Tiefenthal.com

4. Kontakte und Termine

Katholische Pfarramt St. Martin, St. Elisabethenstr. 12, 65396 Walluf-Oberwalluf
Fon: 06123 72747 Fax ...702859, Mail: pfarramt-ow@web.de

2007 ist vom 25.Juni bis 23. November das Bußkleid zur Wartburgstiftung nach Eisenach ausgeliehen

Am 25.11.2007 hält Weihbischof Gerhard Pieschl einen Festgottesdienst in Oberwalluf

Oberwalluf ist erreichbar mit dem Fahrzeug  

 

Das Bußgewand der heiligen Elisabeth

Zu Bildern

Homepage Oben