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Das
Bußgewand der heiligen Elisabeth
1.
Ein kostbares Erbe aus Kloster Tiefenthal
1. Ein kostbares Erbe aus Kloster TiefenthalDie
Anfänge des Klosters Tiefenthal sind nicht völlig geklärt. Der Mainzer
Dienstmann, Embricho von Steinheim, schenkte dem Kloster Seibold ein Gut
bei Martinsthal (Rode). Abt Eberhard von Seibold bat den Erzbischof
Heinrich von Mainz, Schwestern seines Ordens nach Rode schicken zu dürfen,
und erhielt durch Urkunde des Erzbischofs aus dem Jahre 1151 die erbetene
Genehmigung. Kurze Zeit danach wird auch das Nonnenkloster Tiefenthal erwähnt.
Es ist nicht ganz nachvollziehbar, ob die Nonnen von Rode die wenigen
hundert Meter nach Tiefenthal verzogen, oder ob tatsächlich zwei
voneinander unabhängige Klostergründungen auf dem Gebiet der heutigen
Gemeinde Martinsthal bei Eltville bestanden. 1237
kommt zu einer Art von Neugründung. Das
Tiefenthaler Prämonstratenserinnenkloster trat zur Regel der
Zisterzienserinnen über. Das
könnte der Einfluss von Eberbach gewesen sein. Nach
der Überlieferung weilte die heilige Elisabeth von Thüringen eine kurze
Zeit in Tiefenthal. Da ihr Mantel oder Bußkleid im Kloster aufbewahrt hieß
das Kloster von 1237 - 1238 auch Elisabethenthal. Das
Gewand gelangte zunächst ins Elsass. Danach gelangte ins Kloster
Tiefenthal, nachdem der deutsche Orden dieses Stück von Marburg in das
Elsass gebracht hatte. Von dort kam es etwa um 1250 nach Tiefenthal. Nach
der Aufhebung des Klosters Tiefenthal im Jahre 1803 kam das Bußgewand
nach Oberwalluf. 1245
gewährte Papst Innozenz IV. dem Kloster alle seine Freiheiten und
Besitzungen und bestätigte sie. 1311 wurde allen, die zum Bau der baufällig
gewordenen Klostergebäude beitrugen, ein Ablass gewährt. Von 1547 wird
ein verheerender Brandschaden berichtet, das Kloster jedoch später ganz
neu aufgebaut. Kriegslasten trafen auch das Kloster schwer. 1645 plünderten
es bayrische Reiter. Damals
forderte Kurmainz das Kloster zur Zahlung der Türkensteuer auf, erneut
1738. Im Dreißigjährige Krieg wurde das Kloster von Schweden geplündert
und
gebrandschatzt. In den Napoleonischen Kriegen mussten die Schwestern 1793,
1796 und 1797 das Kloster verlassen, Sie kehrten aber immer wieder dorthin
zurück. 1803 wird das Kloster
säkularisiert. 2. Das BußgewandDas
wichtigste Erbe ist gewiss das sogenannte Bußkleid der heiligen Elisabeth
von Thüringen. Unter der Äbtissin Jutta von Dorndorf, um 1238, hatte das
Kloster aus dem Deutschordenshaus in Weißenburg den braunen Mantel
erhalten, der der Überlieferung nach vom heiligen Franziskus von Assisi
seiner armen Tochter übersandt worden war. 1231 war Elisabeth in Marburg
verstorben; 1235 bereits war sie heiliggesprochen worden. Es gibt eine
Urkunde von 1237, ausgestellt zu Jerusalem und unterzeichnet von
Hochmeister Hermann von Salza, Conrad, dem Schwager der heiligen
Elisabeth, und mehreren Deutschordensrittern. Darin wird bestimmt, dass Tiefenthal nunmehr Elisabethenthal heißen soll. In der Schwesternchronik
lesen wir dazu: „Was
das "Bußkleid" insbesondere betrifft, so ist es wahrscheinlich
jenes Kleidungsstück, welches der hl. Franziskus selbst der frommen
Landgräfin nach ihrem Eintritt in seinen Dritten Orden zum Geschenk
gemacht hat. Der berühmte Graf Montalembert schreibt darüber:
"Einst riet der Kardinal (Hugolino und nachmaliger Papst Gregor IX.,
welcher die heilige Elisabeth in das Verzeichnis der Heiligen aufnahm) dem
heiligen Franziskus, der Landgräfin ein Andenken als Zeichen seiner
Hochschätzung zu schicken, nahm zugleich armen, alten Mantel von seinen
Schultern und befahl ihm, diesen seiner deutschen Tochter, der demütigen
Elisabeth, als eine verdiente Anerkennung ihrer selbstgewählten Demut und
freiwilligen Armut und als Ausdruck seines Dankes für die Dienste, die
sie dem Orden bereits geleistet, zu übersenden ... Der Heilige gehorchte
seinem Freunde, schickte derjenigen, die er mit so vielem Rechte seine
Tochter nennen konnte, dieses bescheidene Geschenk, und begleitete es mit
einem Briefe, in welchem er sich aller Gnaden, die Gott ihr verliehen, und
des guten Gebrauchs, den sie davon machte, mit ihr freute. (Zitiert nach
Internet www.kloster-Tiefenthal.com) Elisabeth
war dankbar für dieses kostbare Geschenk. Sie legte Wert auf diesen
Besitz. Bei besonderen Anlässen legte sie ihn an. Sie fand Wege, Mantel
ihres geistlichen Vaters bis zu ihrem Tode bei sich zu behalten. Dann
vermachte sie ihn einer Freundin. Seitdem wurde als eine doppelt heilige
Reliquie von den Deutschen Rittern zu Weißenburg gehütet und Bruder Berthold,
berichtete den Richtern in dem Heiligsprechungsprozesse der heiligen
Elisabeth, dass er ihn oft gesehen habe. Der Deutsche Orden hatte nach Übernahme
des Marburger Hospitals 1234 auch Elisabeth später zur zweiten Patronin
gewählt. In Weißenburg blieb der Mantel nicht lange, sondern wurde
vermutlich schon im Jahre 1237 nach Tiefenthal überbracht. Das
Kleid, der heiligen Elisabeth ist ein alter, an einzelnen Stellen sehr
kunstlos geflickter, brauner Franziskanerhabit aus Wollstoff. Er ist kurz
und passt nur für eine Person von kleiner Statur, hat kurze Ärmel, von
denen der eine nebst einem Stücke des heiligen Gewandes fehlt. Nahezu 600
Jahre lang wachten die Klosterfrauen in Tiefenthal darüber. Bei Krieg und
Brand sorgten sie für seine
Sicherheit. So wurde von einem Augenzeugen 1796 über die Besatzung durch
die Franzosen geschrieben: „Die Mobilien, Türen und Fenster waren
zerschlagen, den Heiligen Schnurrbärte gemalt, die Reliquien
umhergeworfen, die französischen Trainsoldaten, die dort im Quartier
lagen, kegelten zum Zeitvertreib mit Totenschädeln“. Es
wird auch gesagt, dass dieser Mantel nicht echt sein könne, da
Drittordensmäntel grau seien, das Argument zieht deshalb nicht, weil
Franziskus eher eine braune Kutte trug und eine wissenschaftliche
Untersuchung feststellte, dass der Stoff aus dem 13. Jahrhundert stammt.
Diese Frage ist aber letztlich nicht zu entscheiden. Die
Nonnen verwahrten das Gewand in einem kleinen Schrein. Am Weihnachts- und
2. Pfingsttag, für welche Tage vom apostolischen Stuhl Ablässe bewilligt
worden waren, fanden Wallfahrten statt. Die
wertvolle Reliquie wurde 1803 an die kleine Dorfkirche in Oberwalluf
gegeben, wo sie noch heute verehrt wird. In der Zeit der Aufklärung
geriet sie fast in Vergessenheit, im Kulturkampf um 1870 belebte der
Pfarrer von Oberwalluf wieder die Wallfahrt neu. Die
heutige neugotische Kirche wurde 1900-1901 erbaut, in ihr hat das Gewand
wieder seinen Platz. 3. Quellen und LiteraturRommel,
M., Das Bußgewand der hl. Elisabeth, Festschrift zur 100-Jahr-Feier
der Pfarrkirche Oberwalluf, 2001 Katalog
zur Kreuzzugsausstellung 2004
im Diözesanmuseum Mainz Internet:
www.kloster-Tiefenthal.com 4. Kontakte und TermineKatholische
Pfarramt St. Martin, St. Elisabethenstr. 12, 65396 Walluf-Oberwalluf 2007
ist vom 25.Juni bis 23. November das Bußkleid zur Wartburgstiftung nach
Eisenach ausgeliehen Am
25.11.2007 hält Weihbischof Gerhard Pieschl einen
Festgottesdienst in Oberwalluf Oberwalluf
ist erreichbar mit dem Fahrzeug
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Das Bußgewand der heiligen Elisabeth |
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